Aufsichtspflicht beim Kindergeburtstag

Wer Kindern zum Feiern einlädt, ist auch für sie verantwortlich. Quelle: dpa

 

Keine Mutter, kein Vater, der nicht am Abend eines Kindergeburtstags ermattet dem Himmel dankt, wenn alles gut gegangen ist. Falls aber nicht, werden die Eltern zum Fall für die private Haftpflichtversicherung. Es geht um die Verletzung von Aufsichtspflichten und Schadensersatz.

Als erstes gilt es die Frage zu klären, ob sie  – oder von ihnen beauftragte Helfer – die kleine Gruppe ausreichend kontrolliert haben. Vor Gericht kommt es zwar auf den Einzelfall an, aber die Aachen Münchener Versicherung hat einige nützliche Hinweise zusammengetragen.

 

So ist die Rechtslage: Wer schriftlich oder mündliche zur Kinderparty einlädt, erklärt sich automatisch als verantwortlich für Leib und Seele der Kinderschar. Das gilt auch, wenn die Party ins Schwimmbad, in einen Indoor-Spielplatz, auf einer Minigolfanlage oder ähnlichem nervenschonend outgesourct wird. Auf keinen Fall dürfen sich die Gasteltern aus dem Staub machen und glauben, das die mit der Eintrittskarte mitgekaufte Aufsicht dort sei nun allein für die Horde zuständig. 

Schadenersatzpflichtig werden die Eltern aber nur, wenn ihnen eine schuldhafte Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann. Stellt sich die Frage: In welchem Maß muss denn kontrolliert werden? Es kommt auf das Alter der Kinder, die Größe der Gruppe und die Zahl potenzieller Gefahrenquellen an.

Für Kinder bis zum Grundschulalter gilt schlicht: nicht aus den Augen lassen! Wer sich also zum ausführlichen Plausch mit anderen Müttern verkrümelt, der macht es falsch, so lange er die Aufsicht nicht delegieren kann.

Da Murphys Law aber auch auf Kindergeburtstagen gilt, hat der Gesetzgeber Verständnis für Eltern. Kommt ein Kind zu Schaden, obgleich die Eltern nach besten Kräften Gefahrenquellen ausgeschaltet und die Meute ständig im Auge gehabt haben, sind sie von Haftungsansprüchen befreit. Falls sie aber schuld sind, zahlt in der Regel deren private Haftpflichtversicherung.

Ein Hinweis noch für den elterlichen Fahrdienst: Wer Kinder im Auto transportiert, muss jedes einzelne im oder auf dem altersgemäßen Kindersitz vertäuen. Falls ungesicherten Gastkindern bei einem Unfall Schaden zugefügt wird, kennt der Gesetzgeber kein Erbarmen mehr mit abgekämpften Gastgebern.

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